Projekt Verkehrsführung 
und Strassenraumgestaltung Zentrum
Startschuss zum Bau des Bahnhof-Parkings

Ein Freudentag, ein Meilenstein, ein Schritt in die Zukunft für eine positive Entwicklung von Wattwil: Die grosse Freude und Genugtuung der Verantwortlichen bei der Feier des Spatenstichs mit der Bevölkerung zum Bahnhof-Parking, zum Umbau von Bahnhofplatz und Kantonsstrasse sowie zum Neubau des Bushofs drückten sich ebenso in Superlativen aus wie die Hoffnungen, die in die Wattwiler Zentrumsentwicklung gesetzt werden.

 

Im Herbst 2010 hatte der Wattwiler Gemeinderat die Chancen einer strategischen Zentrumsentwicklung für den Toggenburger Zentrumsort aufgezeigt. Seither haben die Investoren und die Verantwortlichen bei Gemeinde und Kanton die nötigen Arbeiten für die Umsetzung zielstrebig vorangetrieben. Trotz komplexer Ausgangslage konnte der Bau des Bahnhof-Parkings als Schlüsselprojekt der Zentrumsentwicklung in nur drei Jahren Vorbereitungszeit von der Idee zum beschlossenen und baureifen Vorhaben geführt werden.

 

„Wo ein Wille, da ein Weg“
Für Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner war das Erfolgsrezept dafür so einfach wie anspruchsvoll zugleich: „Chancen erkennen und anpacken, die passenden Interessen und die richtigen Personen zusammenbringen, für Dynamik und Tempo sorgen. Dass ein Projekt dieser Grösse und Komplexität innert dreier Jahre von der Idee zur Realisierung gebracht werden konnte, war nur möglich, weil in der Entwicklung einiges zusammengepasst hat.“ Mit einem Sprichwort hob Thomas Küchler, Vorsitzender der Geschäftsleitung der als Investorin engagierten Schweizerischen Südostbahn AG (SOB), die Hartnäckigkeit und den Glauben der Verantwortlichen an das Projekt hervor: „Wo ein Wille, da ein Weg.“ Auch er freute sich über das erreichte Zwischenziel: „In den letzten zwei Jahren haben Gemeinde Wattwil, Kanton St.Gallen, Migros, Clientis Bank und SOB es geschafft, als Initianten und Investoren die verschiedenen Interessen optimal unter einen Hut zu bringen. Mit dem heutigen Spatenstich erfolgt nicht nur der Startschuss für die Realisierung des Parkhauses, sondern auch für die positive künftige Entwicklung von Wattwil als Zentrum der Region Toggenburg.“

 

„Einzigartig und speziell“
Als „einzigartig und speziell“ würdigte auch Regierungsrat und Baudirektor Willi Haag das Wattwiler Entwicklungsprojekt: „Ich kann mir gut vorstellen, dass einige andere umliegenden Gemeinden dieses Projekt verfolgt haben und am heutigen Tag ein wenig neidisch nach Wattwil schauen. Und dies mit gutem Grund: Denn insbesondere das Tempo, das hier in Wattwil angeschlagen worden ist, ist trotz der kleinen Verzögerung auf der Zielgeraden immer noch sehr bemerkenswert.“ Haag verwies darauf, dass sich in diesem Projekt die Nutzer nicht wie gewohnt auf oder an, sondern unter der Kantonsstrasse befinden: „Dies ist einmalig im Kanton St.Gallen und das erste Mal überhaupt, dass wir einer solchen Lösung zugestimmt haben.“ Mit entscheidend dafür war, dass „mit den Konzepten der Zentrumsentwicklung und der Strassenraumgestaltung samt Busbahnhof und P&R-Anlage ideale Voraussetzungen gegeben“ waren. „Die Zentrumsentwicklung ist raumplanerisch richtig und verkehrstechnisch absolut wichtig und nötig“, betonte der St.Galler Baudirektor. „Und ein solches Projekt hat immer auch eine Ausstrahlung, die wirtschaftliche Impulse für die ganze Region gibt.“

 

Stärkung als Zentrumsort
Auf die grossen Chancen der Zentrumsentwicklung für Wattwil verwies auch Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner: „Mit den Arealen in Gehdistanz zum Bahnhof verfügt Wattwil über rund zehn Hektaren bestens erschlossenes Entwicklungspotenzial in schon bestehendem Baugebiet. Mit einem modernen, urbanen und lebendigen Zentrum helfen wir mit, die Standortattraktivität für alle Bereiche zu erhöhen.“ Für Gunzenreiner sind die Bauprojekte, zu denen mit dem Spatenstich der Startschuss fiel, deshalb mehr als Bauprojekte: „Die Entwicklung unseres Zentrums hat auch eine politische Dimension zur Stärkung der Wattwiler Position als Zentrumsort innerhalb von Region und Kanton.“

 

Basis für die Entwicklung
Die Tiefgarage bildet eine wesentliche Voraussetzung für die strategische Entwicklung neuer Wohn-, Arbeits- und Einkaufsmöglichkeiten an zentraler Lage und mit öV-Anschluss. Diesen Aspekt strich Martin Hitz hervor, Verwaltungsratspräsident der Parking Wattwil AG und Leiter Bau/Immobilien der Migros Ostschweiz, der grössten Investorin. Dass private und öffentliche Investoren mit voller Kraft am selben Strick ziehen, liegt für Hitz auch im idealen Standort begründet: „Mit der Tiefgarage wird es möglich, das Potenzial des südlichen Zentrums von Wattwil zu nutzen.“ Dieses Potenzial zu nutzen, ist das erklärte Ziel des Wattwiler Gemeinderates. Er will die historische Chance einer gezielten Zentrumsentwicklung packen und liess dafür 2009 als Grundlagen den Masterplan „Bahnhofgebiet Süd“ und den Rahmenplan „Rietwis“ ausarbeiten.

 

SOB plant erste Hochbauten
Die SOB will den idealen Standort denn auch möglichst rasch weiter aufwerten, kündigte CEO Thomas Küchler am Spatenstich an: „Mit der Verlegung der P&R-Plätze in die Tiefgarage wird, in Abstimmung mit dem ausgearbeiteten Masterplan, der Platz für erste Hochbauten mit Wohn- und Geschäftsräumen an attraktivster Lage mitten im Zentrum von Wattwil geschaffen.“ Die Schweizerische Südostbahn AG will eine erste Etappe mit zwei Baukörpern rasch vorantreiben und, wenn immer möglich, selbst realisieren. Dafür wird die SOB dieses Jahr einen öffentlichen Projektwettbewerb durchführen. Daraus soll die beste Lösung bezüglich Gestaltung, Nutzung und Kosten resultieren. Der Projektwettbewerb wird das gesamte Areal auf der südöstlichen Seite des Bahnhofs umfassen und eine einheitliche Lösung für die Überbauung aufzeigen.

 

Ehrgeiziger Fahrplan

Am 16. Januar 2012 beginnt der Bau der Tiefgarage von Osten, von der Seite Migros/Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg (BWZT), her. Nach dem Bau der Garage wird das geplante Strassenraumgestaltungsprojekt des Kantons St.Gallen und der politischen Gemeinde realisiert: Die Kantonsstrasse und der Bahnhofplatz werden umgebaut, und der Bushof wird neu erstellt. In seiner Projektpräsentation zeigte Gesamtprojektleiter Markus Brühwiler auf: „Der Fahrplan ist ehrgeizig.“ In den nächsten Wochen sollten auch die Einsprachen zum Strassenbauprojekt erledigt sein, so dass parallel zum Ausbau der Tiefgarage die Arbeiten an der Kantonsstrasse starten können. Das Parking soll noch vor Ende 2012 – rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft – in Betrieb gehen, und im Juni 2013 – rechtzeitig vor dem Nordostschweizer Jodlerfest 2013 – werden auch das Strassenprojekt zumindest im Rohbau sowie der Bushof fertig realisiert sein. Bis zum Fahrplanwechsel 2013 sind schliesslich auch die Gestaltungselemente platziert und die Deckbeläge eingebracht.

 

Informationen auf www.zentrumsued.ch (mit Bildergalerie zum Baufortschritt)


Gemeinderatskanzlei, 13.01.2012