Überschuss 2020 stärkt finanzielle Basis für anstehende Investitionen

3. März 2021

Die Jahresrechnung 2020 der Gemeinde Wattwil schliesst mit einem Überschuss ab. Das stärkt die finanzielle Basis für das anstehende Investitionsvolumen und für die Bewältigung der zu erwartenden Pandemiefolgen. Der Gemeinderat beantragt für die Abstimmung vom 11. April, den Überschuss von rund 1.8 Mio. Franken der Ausgleichsreserve zuzuweisen. Für 2021 budgetiert er bei gleichbleibendem Steuerfuss von 132 Prozent ein Defizit von knapp 2.2 Mio. Franken.
In den letzten rund zehn Jahren konnte die Gemeinde Wattwil die Verschuldung pro Kopf der Bevölkerung kontinuierlich ab- und Vermögen aufbauen. Parallel dazu senkte sie den Steuerfuss bis 2020 auf für die Gemeinde Wattwil historisch tiefe 132 Prozent. Das Budget für 2020 war ausgeglichen und sah weder eine Einlage noch Entnahme von Reserven vor.

Gesunde Finanzen, solide aufgestellt
Bei einem Gesamtvolumen von gut 45.6 Mio. Franken schliesst die Jahresrechnung mit einem Überschuss von rund 1.8 Mio. Franken ab. Massgeblich zum guten Ergebnis über Budget beigetragen haben einerseits um rund 1.3 Mio. Franken höhere Einkommens- und Vermögenssteuern natürlicher Personen als budgetiert, anderseits Minderaufwände von rund 480‘000 Franken der Schulgemeinde Wattwil-Krinau gegenüber Budget. Deren Finanzbedarf entspricht insgesamt knapp 40 Prozent des Aufwands der laufenden Rechnung der Politischen Gemeinde Wattwil – das ist im innerkantonalen Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt. Für Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner ist der positive Abschluss aus zwei Gründen erfreulich: «Einerseits bestätigt der gute Abschluss die Finanzstrategie des Gemeinderates. Anderseits bildet der gesunde Finanzhaushalt der Gemeinde gerade in der aktuellen Situation die nötige solide Basis nicht nur für die geplanten Investitionen, sondern auch dafür, dass wir die absehbaren Folgen der Corona-Pandemie für den Gemeindehaushalt etwas auffangen können.»

Kontinuität gewährleisten
Mit Blick auf die prognostizierten wirtschaftlichen Entwicklungen ist ab 2021 mit nochmals tieferen Steuereinnahmen zu rechnen. Schon die wirtschaftliche Abkühlung vor Corona hat zu  anteilmässig geringeren Einnahmen an Unternehmenssteuern geführt. Zugleich sind bei den Sozialen Diensten aufgrund der Entwicklungen bereits höhere Ausgaben zu erwarten. Ebenso sind externe Einflüsse wie Massnahmen des Kantons mit Ausgaben-Verlagerungen auf die Gemeinden, Änderungen des Finanzausgleichs, laufende Steuerreformen bei Bund und Kanton, steigende Pflegekosten-Anteile und Zinsentwicklungen zu berücksichtigen. «Der Gemeinderat ist bestrebt, Kontinuität zu gewährleisten, den Steuerfuss konstant zu halten und die geplanten Investitionen zu realisieren. Im aktuellen Umfeld sind antizyklisches Handeln und strukturelle Optimierungen Trumpf», erklärt Alois Gunzenreiner. Unter Einbezug all dieser Faktoren budgetiert der Gemeinderat für 2021 bei unverändertem Steuerfuss von 132 Prozent einen Aufwandüberschuss von knapp 2.2 Mio. Franken. Er beantragt deshalb den Stimmberechtigten  für die Abstimmung vom 11. April mit dem Abschluss 2020 und dem Budget 2021, den Überschuss 2020 der Ausgleichsreserve zuzuweisen, so dass das budgetierte Defizit 2021 aus der Reserve gedeckt werden kann. Der Gemeinderat wird die finanzpolitische Entwicklung und die Rahmenbedingungen die nächsten Monate noch aufmerksamer beobachten.

Zukunftsprojekte in Realisierung
«Der langjährigen Planung entsprechend, investiert die Gemeinde 2021/22 über 30 Mio. Franken in Zukunftsprojekte, welche die Aufenthalts- und Lebensqualität Wattwils nachhaltig steigern», erklärt Alois Gunzenreiner. Am 29. Januar 2021 erfolgte der Spatenstich für die Neugestaltung von Bahnhof- und Poststrasse, welche die Attraktivität das Wattwiler Zentrums entscheidend erhöhen wird. Am 3. März folgt der Spatenstich zum Bau der Gesamtsportanlage Rietwis, die ab Herbst 2022 für verschiedenste Aussen- und Hallensportarten sowie Events zur Verfügung stehen wird. Dazu kommen der Bau des neuen Fussgängerstegs Rietwis-Markthalle, die Sanierung des Schwimmbads und die Verlegung der Austrasse, damit das dortige Areal optimal genutzt werden kann.

Auch Schulgemeinde und APH Risi mit Überschüssen
Wie jene der Gemeinde schloss auch die Jahresrechnung der Schulgemeinde Wattwil-Krinau besser ab als budgetiert und weist ein positives Ergebnis aus. Dank hoher, im innerkantonalen Vergleich bemerkenswerter Kosteneffizienz konnte die Schulgemeinde ihren Aufwand von total gut 18.8 Mio. Franken dank Minderaufwendungen von rund 330‘000 Franken und Mehrerträgen von rund 160‘000 Franken rund 490‘000 Franken unter Budget halten. Die Mehrerträge setzten sich zusammen aus höheren Schulgeldeinnahmen und Versicherungsleistungen.

Schule durch Corona geprägt
«2020 wurde von Corona geprägt, sowohl inhaltlich als auch finanziell», erklärt Schulpräsident Norbert Stieger. «Während die Umsetzung der Schutzkonzepte und -massnahmen und der Fernunterricht Mehraufwand im Liegenschaftsunterhalt und im Bereich der IT auslösten, entlasteten die Absage verschiedener Schulanlässe und -projekte, Lager und Schulreisen die Rechnung beim Sach- wie auch beim Personalaufwand. Auf der Oberstufe konnten diverse Projekte und Angebote im Wahlfachbereich leider nicht wie geplant durchgeführt werden.»Investitionsseitig musste aufgrund von Corona schliesslich auch der Start der Sanierung und räumlichen Anpassung der Schulanlage Risi um ein Jahr verschoben werden – trotz vorliegender Baubewilligung und angelaufenem Submissionsprozess.

Alters- und Pflegeheim trotzt Corona
Abgerundet wird das erfreuliche Gesamtbild des Abschlusses 2020 damit, dass auch die  Nebenrechnung des Alters- und Pflegeheims Risi mit einem Ergebnis von rund 141‘000 Franken positiv abschliesst. Dies ist umso erfreulicher, als die Bewältigung der Corona-Pandemie im Alters- und Pflegeheim besondere Anstrengungen und Kosten verursacht. Nicht nur der erhöhte Personalaufwand und die zusätzlichen Kosten für die Umsetzung der Corona-Schutzkonzepte und die Anschaffung von Schutzanzügen, Masken, Tests etc. liessen den Aufwand unweigerlich ansteigen, auch der engagierte Einsatz für den Erhalt der Lebensqualität erforderte nicht nur innovative Ansätze wie Besuchsbox und Filmprojekt, sondern auch zusätzliche Mittel.

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