Energiestadt Wattwil

Das Energiegesetz des Kantons St. Gallen verlangt von allen Gemeinden mit wenigstens 7000 Einwohnern die Erstellung eines kommunalen Energiekonzeptes. Das Energiekonzept dient als Leitlinie der künftigen Energiestadt-Aktivitäten und daraus folgen die energiepolitischen Ziele der Energiestadt Wattwil.

Mit dem Energiekonzept orientiert sich die Gemeinde Wattwil an der Vision der 2000-Watt-Gesellschaft, die um das Jahr 2100 erreicht werden soll. Die 2000-Watt-Gesellschaft steht für eine Lebens- und Wirtschaftsform, die mit einem Drittel des heutigen Energiebedarfs auskommt und gleichzeitig die Lebensqualität erhöht. Ein Mix aus Vorschriften, Anreizen und Eigenverantwortung unterstützt den optimalen Einsatz der Mittel zur Zielerreichung.

Logo Energiestadt


Auswahl von energiepolitischen Projekten

  • Am 1. September 2020 ist das Energieförderprogramm der Gemeinde und Energiestadt Wattwil in Kraft getreten. Vier Jahre lang können Fördermittel für erneuerbare Heizsysteme sowie für die Produktion und Speicherung von Solarstrom beantragt werden.
  • Den Mitarbeitenden der Verwaltung wird ein Ostwind-Firmenabonnement angeboten, damit sie ihre Arbeitswege möglichst ökologisch, bzw. mit den öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Privatfahrzeug unternehmen.
  • Die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde haben den grossen Teil ihrer Gebäude an den Wärmeverbund Wattwil angeschlossen.
  • Das Verwaltungsgebäude und die öffentliche Beleuchtung beziehen Strom aus dem Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) und somit aus erneuerbarer Energie.
  • Die öffentliche Beleuchtung wird bei Neuerschliessungen und bei Ersatz mit LED ausgestattet.
  • Die Thurwerke AG liefert den Haushaltskunden Strom aus 100% Schweizer Wasserkraft.
  • Private und öffentliche Liegenschaftsbesitzer haben auf dem Gemeindegebiet über 32‘000 m² Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von insgesamt ca. 4'600 Kilowatt installiert. Das entspricht pro Einwohner über 3.6 m².
  • Bezogen auf den gesamten Energieverbrauch von Wattwil beträgt heute der Anteil an erneuerbaren Energien 10.8% gegenüber 6% Eigenproduktion im Jahr 2010.

Die nächsten Schritte

  • Das Energiekonzept der Gemeinde Wattwil wird aufgrund der Resultate der Energieverbrauchsanalyse aufgefrischt und dient auch als Grundlage für den Massnahmenkatalog.
  • In Wattwil werden weitere Ladestationen für Elektro-Mobile initiiert.
  • Das Netz für den Langsamverkehr wird kontinuierlich geprüft und optimiert.
  • Mit der Umgestaltung der Bahnhof- und Poststrasse wird das Zentrum von Wattwil verkehrsberuhigt gestaltet.
  • Die Energiestadt Wattwil motiviert und unterstützt Firmen, Unternehmen und Betriebe in der Gemeinde zum Mitmachen bei der Aktion „bike to work“. Pendler sollen vom Auto auf die Kombination Velo und öffentlicher Verkehr umsatteln.
  • In Wattwil wird die Bevölkerung zur Nutzung von Carvelo2go motiviert.
  • In Sondernutzungsplänen werden erhöhte energetische Anforderungen vorgeschrieben
  • Zusammen mit dem energietal toggenburg informiert die Energiestadt Wattwil die Bevölkerung in den Medien und mit Informationsveranstaltungen über Energiethemen.
  • Aktionsplan Energiestadt 2021-2024 wird in Angriff genommen
  • Die geplante Sportanlage Rietwis wird im Minergie-A Standard erstellt. Dazu erfolgt der Anschluss an den Wärmeverbund Wattwil und der Bau einer PV-Anlage auf dem Flachdach.
  • Prüfung eines Solarfaltdaches auf den Klärbecken der ARA & der Parkanlage Sportanlage Rietwies

"bike to work" - Bewusstsein für eine klimafreundliche Mobilität steigt

Das Velo ist im Trend, der E-Bike-Boom hält an und das Bewusstsein für eine klimafreundliche Mobilität steigt. Das spürt auch die Velo- und Gesundheitsförderungs-Aktion "bike to work" von Pro Velo Schweiz.

Im Mai – Juni 2021 ist es wieder so weit. Erneut startet die bike to work Challenge! Die Energiestadt Wattwil hat trotz den erschwerten Bedingungen die einheimischen Firmen direkt angeschrieben und zur Teilnahme motiviert. Trägt doch das «Velofahren» zum Social-Distancing bei, indem der öffentliche Verkehr entlastet und somit das Risiko gesenkt wird, das Virus weiter zu verbreiten. Gleichzeitig wird das eigene Immunsystem durch die körperliche Aktivität gestärkt.

Die Energiestadt Wattwil hofft auf rege Teilnahme innerhalb der Verwaltung und in den hiesigen Betrieben.

Re-Audit 2021

Das Label Energiestadt ist ein Leistungsausweis für Gemeinden, die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik vorleben und umsetzen. Energiestädte fördern erneuerbare Energien, umweltverträgliche Mobilität und setzen auf eine effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen. Das Label „Energiestadt“ wird durch die unabhängige Kommission des Trägervereins Energiestadt verliehen. Die Gemeinde Wattwil erlangte im März 2009 erstmals das Label. Alle vier Jahre ist das Label von den Prüfungsinstanzen zu bestätigen. Die erforderlichen Antragsunterlagen der Re-Auditierung werden von der Energiestadtberaterin zusammen mit der Energiekommission vorbereitet und beim Trägerverein Energiestadt eingereicht. Mit den entsprechenden Unterlagen ist das energiepolitische Aktivitätenprogramm einzureichen, in dem die wesentlichen Massnahmen der nächsten vier Jahre festgehalten werden. Die jeweilige konkrete Umsetzung ist dann im Einzelfall durch die Energiekommission freizugeben.

Fazit zum Re-Audit 2021

Die Energiestadt Wattwil hat sich in allen Bereichen stark gesteigert und hat das Label Energiestadt mit 68.2% erfüllung der definierten Handlungsspielräume des Aktivitätenprogramms erreicht. Dies wurde unteranderem Dank der Bereitschaft der Einwohner der Gemeinde Wattwil möglich, welche mit dem komunalen Förderprogramm aktiv an den Schwerpunktzielen der Energiestadt mitwirken.

Mit dem Re-Audit wurde gleichzeitig das Aktivitätenprogramm der nächsten Jahre erlassen, dies legt Wert auf den Ausbau Erneuerbare Energiequellen, Ausbau des Wärmeverbundes und zusätzliche Ladestationen für E-Mobilität. Weiter soll das Energiekonzept von Wattwil aktualisiert werden und gleichzeitig räumlich Dargestellt werden.

Energieförderprogramm

Am 1. September 2020 ist das Energieförderprogramm der Gemeinde und Energiestadt Wattwil in Kraft getreten. Vier Jahre lang können Fördermittel für erneuerbare Heizsysteme sowie für die Produktion und Speicherung von Solarstrom beantragt werden. Bis Ende April 2021 wurden bereits CHF 226’000.- bewilligt, davon sind CHF 42'000.- realisiert und ausbezahlt.

E-Bike Aktion 2021

Mit der Planung des Energieförderprogramms wurde die Aktion E-Bike lanciert. Die Durchführung der Aktion E-Bike im Februar hat der Gemeinderat beschlossen und wurde aufgrund der teilweisen Geschäftsschliessungen bis März verlängert. Gemeinsam mit dem Velofachgeschäft 2Rad Gabathuler konnten 67 E-Bikes mit Beiträgen von CHF 300.-  für die Bevölkerung von Wattwil gefördert werden. Das Velofachgeschäft Gabathuler gewährte zusätzlich einen Rabatt von CHF 200.-- pro Bike. Damit begrüsst die Energiestadt Wattwil 67 neue E-Bike Besitzer.

Nachhaltige Energiebildung (NEB)

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Erarbeitung eines Stoffplans "Energie" für alle drei Stufen der Volksschule. Deshalb hat die Schule Wattwil-Krinau in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Energietal Toggenburg und der Schulgemeinde Mosnang das Projekt "Nachhaltige Energiebildung, NEB" lanciert. Es soll Kinder und Jugendliche im Toggenburg mit erfahrungsbasiertem, kontinuierlichem Energieunterricht auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereiten. Im Verlaufe der Schulzeit entwickeln sie die Kompetenz für einen bewussten Ressourcenumgang und Kenntnisse in Bezug auf neue Energietechniken. Auch das Regionale Didaktische Zentrum (RDZ) Wattwil sowie die Energieakademie Toggenburg werden in das Projekt eingebunden. Langfristig stärkt das Projekt NEB das Toggenburg als qualifizierten Bildungsstandort, als innovatives Energietal und als attraktiven Lebens-, Tourismus- und Wirtschaftsraum. Die Gemeinde Wattwil beteiligt sich unterstützend mit einem Beitrag am Projekt.

energietal toggenburg

Die Bevölkerung kann die Dienstleistungen der Energiefachstelle Energietal Toggenburg in Anspruch nehmen. Als Fachstelle der Toggenburger Gemeinden ist sie ein effizientes Instrument für eine aktive Energiepolitik. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden ist in einer Leistungsvereinbarung festgehalten. Themenschwerpunkte, Projekte und Veranstaltungen werden gemeinsam entwickelt, umgesetzt und finanziert.

Links
Energiestadt Schweiz
energietal toggenburg
Förderbeiträge Gemeinde
Energiewesen, Förderbeiträge Kanton
Stiftung Klimarappen
Spartipps Thurwerke AG

 

Energiekonzept_und_Fakten.pdf (PDF, 5.92 MB)